Kira Bunse - Traveling Light

Installation view, ITALIC Berlin

KIRA BUNSE - TRAVELING LIGHT
16 November 2019—18 January 2020
Opening: Sat., 16 November, 7—10 pm
ITALIC, Leipziger Str. 61, 10117 Berlin

ITALIC is pleased to present the second solo exhibition with Kira Bunse.

Kira Bunse (b. 1978 in Braunschweig) is a German photographer based in Paris. Her fashion focused portfolio is complimented by a visual exploration of the diverse cultural phenomena she finds herself surrounded by. Both perspectives shape her work in a mutual dynamic and are shown in publications and exhibitions.

Press Release (German Version)

Kira Bunse ist eine in Paris lebende Künstlerin. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Modefotografie, so arbeitet sie für diverse Labels, aber veröffentlicht auch Editorials für internationale Publikationen, von underground bis hin zu glossy, von Purple bis hin zu Vanity Fair. Kira Bunses Sujets sind Glam, Popkultur, die Freuden der Jugend, Sexualitäten, Schönheit des Körpers. Das setzt eine Erregung in Bewegung von gegenseitigem Bedingen, von Neugier und Verlangen.

Kira Bunse ist gefragt als Portrait- und Peoplefotografin. Das liegt unzweifelhaft an ihrem Blick. Selbst wenn sie Gruppen ablichtet, wie beispielsweise bei »Przystanek Woodstock« ihrer – freien – dokumentarischen Arbeit über ein Musikfestival in Polen (2013), dann sind das keine wuseligen Übersichten, sondern konzentrierte intime Situationen. Ausschnitte, die als Solitär funktionieren, aber auch einem Puzzle gleich zu einer großen Erzählung kombiniert werden können.

Traveling Light ist ihre zweite Ausstellung bei ITALIC. Die Fotografien sind analog; im schnellen Modebetrieb muss sie meist digital arbeiten, für Editorials oder freie Arbeiten führt sie eine Analogkamera mit sich. Kira Bunse hat Fotografien der letzten zwei Jahre ausgewählt und im Titel räumlich und zeitlich verortet, von Los Angeles 2017 bis São Paulo 2019. Sämtliche gezeigte Arbeiten sind Handabzüge direkt vom Negativ.

Kira Bunse blickt hinein in Wohn- und Arbeitsräume, und hinaus auf die Inszenierungen von Menschenhand, die wir Natur nennen.
Menschen sieht man kaum, ihre Spuren schon. Sie selbst sind entrückt in der Ferne, scheinen kurz auf, verschwinden in einer Bucht, entweichen im Auto.
Es sind Ausschnitte, Momentaufnahmen, auf Reisen entstanden. Die Bilder eröffnen eine ambivalente Spannung: wurden die Motive gezielt gesucht, oder sehen wir Schnappschüsse am Wegesrand. Beiläufigkeit? – da gibt es kein Vertun: Beiläufig ist hier nichts: Kira Bunses Blick ist präzise.

Kira Bunse blickt auf Anordnungen im Raum, auf Geometrien, Gegenstände und Farben, die Bilder strahlen eine Ruhe aus, eine Beruhigung, eine ausgeklügelte abgestimmte Palette, nicht zu bunt nicht zu blass, nicht zu scharf und nicht zu weich, sie setzt den Rahmen, drückt den Auslöser, es gibt keinen falschen Moment, Zufall und Überraschung schon, oft vielleicht erst im Labor, wenn sie ihre Ausbeute untersucht; aber sie weiß, Gift wird keines dabei sein, denn wann und wo sie den Auslöser drückt: ihr Blick auf das Motiv ist immer ein liebevoller.

Text: Andreas Reihse

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