Matthias Lahme - LOVE

MATTHIAS LAHME – LOVE
27 April – 8 June 2019
Opening: Thursday, 25 April, 7 – 10 pm
ITALIC, Leipziger Str. 61, 10117 Berlin

The "After-Love-Party" will take place at
Spiel- & Billardhalle, Leipziger Str. 58, 10117 Berlin.

w/ DJ Lucas Croon
(Stabil Elite, BAR, Salon des Amateurs)
10 pm - open end

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EXHIBITION TEXT (English version coming soon)

Matthias Lahme ist ein in Düsseldorf lebender und arbeitender Künstler.

Bekanntgeworden ist er als Mitglied von hobbypopMUSEUM. Die KünstlerInnengruppe nutzt seit 1998 ohne Einschränkung alle möglichen – oder präziser – notwendigen Medien, um sie zugespitzt unter einem übergeordneten Motiv in raumgreifenden Inszenierungen zu präsentieren.

Matthias Lahmes Einzelarbeiten sind ruhiger.
2003 hatte er für ITALIC das Albumcover für Little Annie and the Legally Jammin' (ITA035) gestaltet. Man kann diese Arbeit als Ausgangspunkt nehmen. Eine monochrom in Brauntönen gehaltene luzide Anordnung von Fleckigkeit, die das Gestische nicht verneint, es aber auch nicht herausstellt.

Seine Malerei ist zart und licht, Aquarelle wie hingeworfen. Harmonische Dur-Cluster mit Molleinschlag, kontemplative Meditationen. Matthias Lahme arbeitet mit leichter Hand.

Seine Papierschnitte flattern schwerelos im Wind: malerische Zeichnungen, fragile zweidimensionale Skulpturen. Die Silhouetten sind bezaubernd, zwischen Lotte Reiniger, Kirchenfenster und Lyonel Feininger – vielleicht zu Kinder Kids Zeiten. Märchenhaft bezaubernd: das heisst, er versagt nicht den dunklen Unterton, mäandernde Schattenrisse, die im Umherirren das Licht, den Ausschnitt rahmen und dabei das Dunkele, sich selbst, thematisieren. Zu dritt am Tisch isst man Kuchen zum Rotwein. Aber trete ein Schritt zurück, und Du siehst das tiefe Glitzern im Schwarzen der Wolfsaugen.

Bei ITALIC zeigt Matthias Lahme zwei neue hochformatige Papierschnitte, 240 x 115cm. Sie sind unbetitelt, aber zweifelsfrei Kinder der Liebe. Love nennt er seine Ausstellung. Und wenn er von Love spricht, dann meint er genau das. Liebe, in ihrer ganzen Unergründlichkeit. Liebe, mit allen Über- und Untertönen. Lahme pflegt eine ambivalente Verständlichkeit. Die Doppelbödigkeit ist immer sichtbar. Zugänglichkeit auch in der Abstraktion.

Das verspielt wirkende lässige Raster seiner Arbeiten ist von einer gewissen Strenge durchwoben. Der Weg zur gezeigten Leichtigkeit im Ausdruck ist kein geradliniger. Spiel als Arbeit ist Arbeit. Man ahnt sehr wohl den Aufwand des filigranen Schnitthandwerks, aber das Ausstellen von Schweiß ist Matthias Lahmes Sache nicht. Er räumt den Platz zugunsten einer nonchalanten, romantischen Schwärmerei.

Text: Andreas Reihse

For further info please contact the gallery via e-mail or call +49 30 22 01 71 47