Takeshi Makishima - Remain in Light

TAKESHI MAKISHIMA – REMAIN IN LIGHT
15 June—31 August 2019
Opening Part 1: Saturday, 15 June, 6—9 pm
Opening Part 2: Saturday, 27 July, 6—9 pm
ITALIC, Leipziger Str. 61, 10117 Berlin

EXHIBITION TEXT (Please scroll down for German version)

Takeshi Makishima (b. 1980 in Fukuoka, Japan) is a Düsseldorf-based artist.

He will show new works at ITALIC under the title »Remain in Light«. Makishima has designed the exhibition to be shown in two consecutive parts. His images are pieces of the sea, painterly explorations of the sea, its inhabitants, its users, and our dreams and fantasies about the ocean.

Takeshi Makishima’s preferred techniques are drawing and painting.

He shows a certain interest in sculpture when he abandons two-dimensionality in his paintings through mixed techniques, or cuts his frames and canvases into non-rectangular shapes in order to achieve the desired expression of the image.

He works quickly when drawing. Makishima uses various media such as watercolor, ink, gouache, pastel, or graphite, and works on paper.
Where the picture seems abstract, it is due to the gestural rendering of a precise observation, spontaneity becomes a moment of recollection. No matter how fast, his drawings still form sophisticated compositions. They stand alone; and if a motif is identified in the elaborated oil painting, the drawing is less a sketch and more a footnote or an addendum.

When painting Makishima works with large surfaces. He structures them with brushstrokes, in impressions of forest floors, wood, waves, or imagined underwater landscapes. He throws in a person, adds an animal, an item of furniture. He applies a coordinated palette of colors and shapes; he works with shading and shadows where his narrative requires them.

He plays with perspectives: if he wants to show a detail, then he dedicates himself to it completely, zooms in, brings it forward, directly under the surface of the image, works on it carefully; if the space is the focus, then the view is from above, angled top views and overviews, folded up rooms and meadows, like those from Pirosmani’s paintings.

In Makishima’s work, one can generally discern an exploration of images from classical modernism: he draws on ideas from Matisse or Gaugin, for example, and in turn their access to handicraft, folk art, icons, non-European art forms, and the social or socialist idea of a popular international language. And in this one can also attest to an affinity for Milan Kunz or Jan Knap.

The subjects are images of a figurative reality that Makishima makes abstract in such a way that they attain a universal legibility. The human figures are not merely staffage, nor are they individuals; instead they represent all of us. Additions in their hands, here a fishing rod, there a cake fork, a brush, a flower vase. Attributes are a marker in the poster, an anchor point in the large surface area. They carry them with them in this moment for this one symbolic logic, and the next moment they put them down. They are free. A gathering of friends—finding each other, working together, drifting away from each other, and regrouping again. And are not enough for themselves.

Narration is an important element in Takeshi Makishima’s painting. There is no right or wrong in his grammar. His pictures are full of emblems. The titles may be read as offers to enter them. Mysterious mirror images that open up spaces of opportunity which give one the opportunity to incorporate them into one’s own story, to find one’s own solutions, and to continue to narrate this story.

Text: Andreas Reihse

For further info please contact the gallery via e-mail or call +49 30 22017147.

More on Takeshi Makishima:

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GERMAN VERSION

Figurengruppen, zu mehreren herumstehen oder Etwas tun,
Beschäftigt sein,
Oder auch allein,
Figurengruppe, mal ist
Man sich selbst genug, oder auch nur Ein Gesicht,
Eine einzelne Träne
Kullert. Verflüssigungen.

Takeshi Makishima (geb. 1980 in Fukuoka, Japan) ist ein in Düsseldorf lebender Künstler.

Bei ITALIC wird er unter dem Titel »Remain in Light« neue Arbeiten zeigen. Makishima hat die Ausstellung so konzipiert, dass sie in zwei aufeinanderfolgen Abschnitten gezeigt werden wird. Seine Bilder sind See-Stücke, malerische Auseinandersetzungen mit dem Meer, seinen Bewohnern, seinen Benutzern und unseren Träumen und Phantasien vom Ozean.

Takeshi Makishimas bevorzugten Techniken sind Zeichnerei und Malerei.
Er zeigt ein gewisses Interesse an Skulptur, wenn er in seinen malerischen Arbeiten mit Mischtechniken die Zweidimensionalität verlässt oder seine Rahmen und Leinwände in andere als rechteckige Formen schneidet, um den gewünschten Ausdruck des Bildes zu erreichen.

In der Zeichnung arbeitet er schnell. Makishima nutzt dabei unterschiedliche Mittel wie Aquarellfarbe, Tinte, Guache, Pastell oder Graphit und arbeitet auf Papier. Wo das Bild abstrakt zu sein scheint, ist es der gestischen Übertragung eines genauen Beobachtens geschuldet, Spontaneität wird zu einem Erinnerungsmoment. Bei aller Geschwindigkeit formen sich seine Zeichnungen denoch zu ausgeklügelten Kompositionen. Sie stehen für sich; und wenn in seiner elaborierten Ölmalerei sich ein Motive wiederfindet, so ist die Zeichnung weniger Skizze als vielmehr Fussnote oder Ergänzung.

In der Malerei bearbeitet Makishima die große Fläche. Er strukturiert sie mit Pinselstrichen, in Anmutungen von Waldböden, Holz, Wellen oder imaginierten Unterwasserlandschaften. Er wirft einen Menschen hinein, setzt ein Tier, ein Möbelstück dazu. Er nutzt eine abgestimmte Form- und Farbpalette; mit Schatten und Schattierungen arbeitet er, wo seine Erzählung sie benötigt.

Er spielt mit Perspektiven: wenn er ein Detail zeigen will, dann widmet er sich ihm ganz, zoomt hinein, holt es nach vorne direkt unter die Bildoberfläche, bearbeitet es sorgfältig; geht es ihm um den Raum, so ist es der Blick von Oben, schräge Auf- und Übersichten, hochgeklappte Zimmer und Wiesen, wie man sie auch aus der Malerei Pirosmanis kennt.

Überhaupt kann man in Makishimas Arbeit die Auseinandersetzung mit Bildfindungen der klassische Moderne lesen: er setzt an Ideen von beispielsweise Matisse oder Gaugin an, und wiederum ihrem Zugriff auf Kunsthandwerk, Bauernmalerei, Ikonenbildern, aussereuropäischen Kunstformen, und der sozialen oder sozialistischen Idee einer volkstümlichen internationalen Sprache. Und darin kann man ihm auch ein Verwandtschaft zu Milan Kunz oder Jan Knap attestieren.

Die Sujets sind Abbilder einer figurativen Realität, die Makishima so abstrahiert, dass sie eine universelle Lesbarkeit erhalten. Die menschlichen Figuren sind nicht Staffage, aber auch keine Individuen, vielmehr Stellvertreter für uns alle. Beigaben in ihren Händen, hier eine Angel, hier eine Kuchengabel, ein Pinsel, eine Blumenvase. Attribute als Marker im Plakat, Anker in der großen Fläche. Sie tragen sie in diesem Augenblick mit sich für diese eine Bildlogik. Und legen sie im nächsten Moment ab. Sie sind frei. Eine Versammlung von Freunden – sich finden, zusammenarbeiten, sich lösen und wieder neu bilden. Und sich selbst nicht genug sein.

Narration ist ein wichtiges Element in Takeshi Makishimas Malerei. Es gibt kein Richtig oder Falsch in seiner Grammatik. Seine Bilder sind Emblemata-haft. Die Titel mag man als Angebote lesen, einzusteigen. Geheimnisvolle Spiegel-Bilder, die Möglichkeitsräume öffnen. Die einem die Möglichkeit eröffnen, sie in die eigene Geschichte einzubauen, eigene Lösungen zu finden, und sie weiter zu erzählen.